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Chronik der Feuerwehr Fortschau- Kuchenreuth

Fortschau und Kuchenreuth bildeten vor dem II. Weltkrieg eine eigene Gemeinde, bevor sie in die Stadt Kemnath eingegliedert wurden. Der älteste noch bestehende Verein dieser Gemeinde ist die Freiwillige Feuerwehr.Die ersten schriftlichen Belege befassen sich mit der Anschaffung einer Feuerspritze im Jahre 1906, welche 60 Jahre ihren Dienst leistete.

Einen ersten Höhepunkt in der Geschichte des Vereins stellt die Fahnenweihe am 26. Juni 1932 dar. Trotz der harten Zeiten war es gelungen, die Mittel für eine Fahne bereitzustellen und sie in der Taubstummenanstalt Michelfeld anfertigen zu lassen. 20 Vereine mit 15 Fahnenabordnungen waren zu diesem Fest gekommen, in dessen Mittelpunkt die Weihe durch Kooperator Josef Bollmann stand. Ein weiterer Höhepunkt war dann die Übergabe der Fahne durch Creszenz Drechsler an den Fahnenjunker Adam Schönberger.

Die Beschaffung der Fahne hatte aber noch einen Hintergedanken der besonderen Art. Den Einwohnern von Fortschau und Kuchenreuth war es ein Herzensanliegen, ihren Primizianten Albert Sertl ein würdiges Fest zu gestalten. So wurde denn auch die Primizfeier am 07. Juli 1932 zu einem Prunkfest, zu dessen Gelingen die Freiwillige Feuerwehr wesentlich beitrug.

Über die Zeit während des 3. Reiches liegen fast keine konkreten Aufzeichnungen vor, so dass der Chronist gezwungen ist, einen großen Sprung in die Gegenwart zu machen. Ein Eintrag ins Protokollbuch lautet: ”Der schwere Krieg, mit all seinen Begleit- und Nebenerscheinungen brachte es mit sich, dass das Feuerwehrwesen vollständig zum Erliegen kam. Ein Ausrücken zu Übungszwecken kam nicht mehr in Frage, da alles, was nur einigermaßen wehrdienstfähig war, zum Militär eingezogen wurde. Der Rest, das waren Untaugliche, Ausgemusterte und alte Leute, welche im Ernstfall zum Einsatz kamen, unterstanden der Polizei bzw. der SS. In ausgesprochenen Notfällen wurden auch die Frauen und ganz besonders die Fremdarbeiter aus den ehemaligen Feindstaaten mit herangezogen. Es sei an dieser Stelle rühmlich vermerkt, dass bei einem am 28. November 1944 ausgebrochenen Brand beim Kameraden Adam Schönberger in Kuchenreuth, die Frauen und Fremdarbeiter wesentlich dazu beigetragen haben, dass größerer Schaden verhindert werden konnte.”

Er fährt fort. ”Mit dem Einzug der Amerikaner ruhte das Vereinsleben vollends. Das Tragen von Uniformstücken war strengstens verboten. Auch Feuerwehrfahnen durften nicht mehr gezeigt werden. Nennenswerter Schaden für die Wehr entstand durch die Kriegs- bzw. Besatzungszeit nicht. Umso größer waren die Opfer, die der Krieg von den Feuerwehrkameraden forderte.”

Im Anschluss an diesen Eintrag folgt eine Aufstellung der im Krieg gebliebenen Kameraden. Es waren dies aus Fortschau 10 Gefallene und 4 Vermisste; aus Kuchenreuth ein Gefallener und ein Vermisster.

Nach dem Wiederaufleben der Vereinstätigkeit stand im Jahre 1961 ein größeres Fest ins Haus: das 70-jährige Gründungsfest. Daran beteiligten sich die Vereine aus nah und fern, um zusammen mit den Kameraden aus Fortschau und Kuchenreuth dieses große Ereignis gebührend zu feiern. Die Höhepunkte dieses Jubiläums waren ein Feldgottesdienst, den Pfarrer Albert Sertl zelebrierte, und ein großer Festzug mit Schirmherr und Landrat Valentin Kuhbandner an der Spitze.

Im Jahre 1966 konnte endlich die gute alte Feuerspritze durch eine neue Tragkraftspritze (TS-8/8) ersetzt werden. Finanziert wurde diese mit Eigenmitteln aus der Feuerwehrkasse und durch eine Haussammlung in Fortschau und Kuchenreuth. Am 03. Juli 1966, anlässlich des traditionellen Kapellenfestes, fand die Einweihung in Anwesenheit von Bürgermeister Rudi Ponnath statt.

Ein besonderes Problem stellte für die Wehr das so genannte Feuerhaus dar,das allmählich baufällig wurde. Nach langen Diskussionen und Behördengängen entschlossen sich die Wehrmänner unter der Führung von Vorstand Hans Sertl und Kommandant Ludwig Jobst, ein neues Gerätehaus in Eigeninitiative zu erstellen.

Besonders erwähnt sei hier, dass sich Bauunternehmer Alois Heser am 20. September 1974 bereit erklärte, die Bauleitung für den Neubau zu übernehmen. Unter Anleitung der beiden Fachleute Alois Heser und Ludwig Jobst sowie aufgrund der tatkräftigen Mitarbeit der Feuerwehrkameraden wurde der Rohbau innerhalb einer Woche erstellt. Viele freiwillige Arbeitsstunden wurden geleistet, die Stadt Kemnath beteiligte sich mit einem größeren Betrag, und Bauunternehmer Heser lieferte das eine oder andere Material kostenlos.

Mit dem Bau eines Feuerwehrhauses war die Absicht verbunden, endlich ein selbstfahrendes “Auto” anzuschaffen. Der dazu notwendige Beschluss wurde in der Hauptversammlung am 19.Januar.1975 gefasst. Bereits am 01. April.1975 wurde der Borgward/Bremen von der Firma Meßner in Großgundershausen abgeholt. Den Endausbau des Fahrzeuges für die Unterbringung der feuerwehrtechnischen Gerätschaften übernahmen die damaligen Maschinisten Bruno Schinner und Manfred  Gebhardt. Hervorzuheben ist, dass das Fahrzeug, trotz der angesichts des Gerätehausbaus leeren Kassen, mit eigenen Mitteln finanziert wurde. Das ursprünglich von der Bundeswehr genutzte Allradfahrzeug aus dem Jahre 1957 ist auch heute noch, durch ständige Wartung und Bewegungsfahrten, in einem außergewöhnlich gut erhaltenen Zustand.

Im Juli 1975 fand dann die Gerätehauseinweihung mit Fahrzeugsegnung statt. Den Namen Regina erhielt unser Auto von der Fahrzeugbraut Regina Ketterl.

Ihr 100-jähriges Bestehen beging die Freiwillige Feuerwehr Fortschau-Kuchenreuth 1992 mit einem großen Fest. Unter der Schirmherrschaft unseres Altbürgermeisters Rudi Ponnath und der Leitung des Festausschusses, bestehend aus Max Schönberger (Vorstand, heute Ehrenvorstand), Günther Jobst (Kommandant) und Georg Märkl (Festleiter), wurde ein dreitägiges Programm auf die Beine gestellt. Das Fest begann am Freitag, den 03. Juli1992, mit einem Preisschafkopf, bei dem es zahlreiche Geld- und Sachpreise zu gewinnen gab. Am Samstag herrschte ab 19.00 Uhr Festbetrieb mit dem W.E.G.-Trio aus dem Fichtelgebirge. Ab 21.00 Uhr stand ein Fingerhackl-Wettbewerb auf Programm, welchen Simon Schuster aus Eisersdorf, der Sohn der Fahnenbraut von 1932, für sich entschied. Der eigentliche Festtag fand am Sonntag, den 05.Juli.1992, statt. Der Tag begann bereits um 07.45 Uhr in der Frühe mit der Aufstellung zum Kirchenzug. Zunächst erfolgte dabei die Abholung des Schirmherrn Rudi Ponnath, danach der Abmarsch zum Festplatz in Kuchenreuth. Dort wurde von unserem Stadtpfarrer Heribert Krichenbauer eine würdige Festmesse vor der Fatima-Kapelle zelebriert, musikalisch umrahmt vom Männergesangsverein Kemnath. Zum Frühschoppen spielte hernach die Kapelle “Strammer Max”. Am Nachmittag wurde von den Feuerwehrfrauen eine Kinderbelustigung mit Malwettbewerb organisiert sowie der Verkauf von Kaffee und Kuchen durchgeführt. Am Abend sorgte wiederum die Blasmusikkapelle “Strammer Max” für Unterhaltung.

Im Jahr 1999 konnte die Feuerwehr das von Ehrenvorstand Hans Sertl ins Leben gerufene 50. Kapellenfestes feiern. Als besonderes Schmankerl konnte die Feuerwehr dabei ein, am neu gebauten Saugrill gebratenes, Schwein anbieten.

Am 4. Juli 2004 fand die Fahrzeugsegnung des neu angeschafften Feuerwehrfahrautos statt. Dieses wurde angeschafft, da das alte Fahrzeug, das jahrelang gute Dienste geleistet hat, inzwischen 47 Jahre alt war.

Die Freiwillige Feuerwehr Fortschau-Kuchenreuth zählt derzeit 89 Mitglieder. Vorsitzender ist Hermann Schraml. Die Zahl der Aktiven beträgt 29 Mann. Das Amt des Kommandanten bekleidet Anton Frank, sein Stellvertreter ist Andreas Breuer. Neben den regelmäßig stattfindenden praktischen Übungen und theoretischen Schulungen finden auch jährlich Leistungsprüfungen statt, die stets erfolgreich absolviert wurden.

©Copyright 2012 Feuerwehr Fortschau Kuchenreuth e.V.